Zell am Main

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Zell am Main
Ortstyp Markt
Landkreis Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Kfz-Kennzeichen
Höhe 179 m ü. NN
Fläche 9,96 km²
Einwohner 4.252
Bevölkerungsdichte 430 Ew./km²
Gemeindekennzahl 09 6 79 209
Anschrift 97299 Zell am Main
Rathausplatz 8
Telefon 0931/46878-0
Telefax 0931/46878-88
E-Mail
Webseite www.zell-main.de
1. Bürgermeister Anita Feuerbach (CSU)
Wappen
Zell Wappen.jpg
Ortsansicht, Stahlstich von 1852
Siegelmarke Koenigreich Bayern Marktgemeinde Zell am Main W0307761.jpg

Zell am Main (amtlich: Zell a.Main) ist eine linksmainisch gelegene, im Norden an das Würzburger Stadtgebiet angrenzende, Marktgemeinde im Landkreis Würzburg.

Geographie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Zell befindet sich am Hang zwischen dem Scheckert, dem Zeller Berg und dem Main gelegen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Rathaus der Marktgemeinde Zell am Main
Brunnen am Rathausplatz
Ruine der Klosterkirche des Klosters Unterzell
Klosterhofbrunnen
Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Zell am Main

Nördlich liegt die Gemeinde Margetshöchheim, Hettstadt und Waldbrunn im Westen, Höchberg im Süden sowie Würzburg im Osten.

Ortsteile[Bearbeiten]

Es gibt die beiden Ortsteile Oberzell und Zell am Main.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung erfährt Zell 1128 anlässlich der Gründung des Prämonstratenser-Klosters Oberzell. Laut Chronisten bestand aber seit 983 dort eine Pfarrkirche. Das in Oberzell untergebrachte Frauenkloster wurde um 1260 nach Kloster Unterzell verlegt. Die beiden Klöster gewannen an Einfluss und erwarben viele Ländereien, litten aber sowohl während des Bauernkriegs und im Schwedenkrieg. Von 1170 bis 1623 hatte Zell keine eigene Pfarrkirche und war der Pfarrei Hettstadt zugeteilt. Erst unter Julius Echter wurde wieder eine neue Pfarrkirche errichtet. Im 18. Jahrhundert wurde auch im Kloster Oberzell ein neues Haupthaus errichtet. Im Zuge der Säkularisation 1803 wurden beide Klöster aufgelöst.

Am 10. April 1817 erwarben Friedrich Koenig und Andreas Friedrich Bauer das vom Verfall bedrohte Kloster Oberzell ohne den dazugehörigen Gutshof, gründeten die Schnellpressenfabrik Koenig & Bauer und bauten das Kloster zur Maschinenfabrik um. 1901 zog das Unternehmen aus räumlichen Gründen an den heutigen Standort auf der anderen Mainseite um. Das Klostergebäude erwarb die Gemeinschaft der Dienerinnen der hl. Kindheit Jesu zu Oberzell, eine Kongregation, die 1855 von Antonie Werr in Oberzell gegründet worden war.

1833 wurde Zell zum Marktflecken und 1860 wurden Ober-, Unter- und Mittelzell zu einer Gemeinde zusammengelegt. 1898 verkaufte Zell seine reichen Quellen an die Stadt Würzburg und 1902/03 wurde die Zeller Brücke über den Main erbaut. 1906 brannte die alte Pfarrkirche ab und wurde 1928/29 wieder errichtet. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Teile des Ortes zerstört und das Kloster Unterzell brannte komplett ab. Die deutschen Truppen zerstörten noch vor dem Ende des Krieges die 1903 errichtete Mainbrücke. Diese wurde 1951 wieder errichtet. Die Umgehungsstraße (Staatsstraße 2300) wurde 1968 eingeweiht.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten]

In Silber der golden nimbierte, wachsende heilige Laurentius in blauer Dalmatika, der in der Rechten die grüne Siegespalme, in der Linken den blauen Rost hält.

Wappendeutung[Bearbeiten]

Das Wappen leitet sich von einem Gerichtssiegel aus dem 18. Jahrhundert ab, das durch Abdrucke seit 1757 belegt ist. Es zeigt den heiligen Laurentius, der schon 985 als Kirchenpatron von Zell belegt ist, mit einem Buch anstelle der Palme als Attribut. Siegelführung wird für das späte 16. Jahrhundert angenommen. Die Farben Silber und Blau sind die bayerischen Landesfarben.

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Partnergemeinde von Zell ist die französische Gemeinde Dozulé im Département Calvados.

Religionen[Bearbeiten]

In der Gemeinde sind 65% der Einwohner römisch-katholisch, 21% evangelisch-lutherisch und 14% haben eine andere Religionszugehörigkeit. Im Ort befindeen sich die katholische Pfarrkirche St. Laurentius und die evangelische Pfarrkirche der Versöhnungsgemeinde.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Das Laurentiusfest, das Dorffest der Vereine, wird jährlich am letzten Wochenende im Juni rund um den Rathausplatz gefeiert.
  • Seit 2003 findet im 2-jährlichen Turnus am letzten Wochenende im Mai oder in der ersten Juni-Woche die Kulturmeile Zell am Main statt.
  • Jeden Donnerstag findet von 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr auf dem Platz vor den Mainwiesen in der Fahrmannstraße ein Bauernmarkt statt.

Vereine[Bearbeiten]

Sport- und Veranstaltungseinrichtungen[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Zell Logo.jpg
  • Im nördlichen Marktgebiet befindet sich ein ca. 7 Hektar großes Mischgebiet, in dem sich vor allem Gewerbebetriebe befinden.
  • Bei Zell befindet sich das ca. 700 Hektar große Zeller Wasserschutzgebiet.
  • Es gibt etwa 70 Trinkwasserquellen im Gemeindegebiet.

Verkehr[Bearbeiten]

  • Die Staatsstraße 2300 (Karlstadt - Würzburg) verläuft am östlichen Ortsrand entlang des Mains.
  • Die Laurentiusbrücke führt im Süden von Zell über den Main.
  • Der Zeller Bock verbindet seit 2016 wieder Zell mit Würzburg.
  • Buslinie 520
  • Die Durchfahrtsstraße durch den Altort ist mitunter sehr schmal und nur einspurig befahrbar.
  • Der Maintalradweg verläuft am Main entlang an Zell vorbei.
  • Es gibt einen Schiffsanleger für die Weiße Flotte.
  • Die Kommune betreibt einen Bürgerbus, der mehrmals an verschiedenen Stellen im Gemeindegebiet hält.
Eisenbahn.png Nächste Bahnstation: Würzburg-Zell


Gastronomie[Bearbeiten]

  • Ristorante „Il Gatto et la Volpe“
  • Gasthaus Schnatterloch (Rathausplatz)
  • Cafe St. Aurelia
  • Eis 2000

Hotels[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Josef Bechold (* 16. Dezember 1805 in Zell am Main; † 6. Juni 1871 in Zell am Main), erster Werkmeister bei Koenig & Bauer, erster Vorsitzender der Turngemeinde Zell von 1862 e.V.
  • Andreas Joseph Fahrmann (* 8. November 1742 in Zell am Main; † 6. Februar 1802 in Würzburg), katholischer Theologe, Weihbischof des Bistums Würzburg
  • Andreas Joseph Hofmann (* 4. Juli 1752 in Zell am Main; † 6. September 1849 in Winkel Rheingau), Politiker
  • Johann Baptist Stamminger (* 6. März 1836 in Zell am Main; † 10. Dezember 1892 in Würzburg), Politiker, katholischer Theologe, Bibliothekar
  • Fanny Koenig, geb. Jacobs (* 9. April 1803 in Saalfeld in Thüringen; † 1. April 1882 in Zell am Main)
  • Jakob Stern (* 28. Mai 1843 in Niederstetten bei Bad Mergentheim; † 4. April 1911 in Stuttgart), Schüler an der Talmudschule zu Zell am Main, jüdischer Theologe, Sozialpolitiker
  • Georg Sticker (* 18. April 1860 in Köln; † 28. August 1960 in Zell am Main), Internist, Medizinhistoriker

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen/Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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