Umsonst und Draussen

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Ein Blick über das U&D 2009, im Hintergrund die Draussen-Bühne
Draussen-Bühne 2012
Die neue Draussen-Bühne 2009, bespielt von Bon's Balls
U-25 Bühne im Jahr 2012
Blick auf Basar und Sitzgelegenheit 2012
Blick auf das Gelände (2009) in südliche Richtung
KistenKunst 2012
UD-Eingang.jpg

Das Umsonst und Draussen (auch U&D) ist ein Open-Air-Festival, das seit 1988 in Würzburg veranstaltet wird. Es ist das größte eintrittfreie Festival in Würzburg und gehört mit etwa 100.000 Besuchern [1] zu den größten Festivals in Bayern. Das U&D fand in den Anfangsjahren an verschiedenen Orten und seit dem Festival 1992 auf den Mainwiesen statt. Neben mehreren Musik-Bühnen gibt es auch verschiedene Verkaufsstände.

Geschichte[Bearbeiten]

Das U&D begann 1988 auf der Bastion oberhalb des Kulturhauses Cairo. Der Initiator Ralf Duggen hatte die Idee, nachdem er 1987 auf dem wenig erfolgreichen Jugendzentrumsfest in Heidingsfeld war. Zusammen mit Hartmut Emser vom Jugendamt der Stadt organisierte er das erste U&D. Dieses sollte vom vom 17. - 19. Juni 1988 dauern. Erst nachdem die Werbeplakate gedruckt waren, bemerkte man, dass der Eröffnungstag auf den Tag der deutschen Einheit (nicht zu verwechseln mit dem Tag der Deutschen Einheit) fiel. Da dieser ein stiller Feiertag war, wurde das Festival um einen Tag verkürzt. Etwa 2500 Besucher kamen an den beiden Tagen, so dass man sich entschied das Festival auch im nächsten Jahr wieder zu veranstalten.

Aufgrund des erwarteten Besucheransturms fand es anschließend zwei Jahre auf dem Sportplatz der Turngemeinde Würzburg von 1848 e.V. in der Mergentheimer Straße statt (Festival Nummer zwei und vier), da dieses Gelände deutlich größer war. Das dritte U&D war das Einzige, das in einer Halle stattfand. Wegen der schlechten Wetterprognose wurde es in die Kürnachtalhalle in Lengfeld verlegt, obwohl der Aufbau auf dem TGW-Sportplatz schon weit vorangeschritten war. Seit dem Festival 1992 findet das U&D auf den Mainwiesen statt, da auch das TGW-Sportgelände kaum Wachstumspotentiale bot. Im Laufe der Jahre wurde die genutzte Fläche der Mainwiesen immer weiter vergrößert. 1995 kam eine zweite Spazialitätenbühne hinzu, welche 1997 in D-Bühne umbenannt wurde. Im darauf folgenden Jahr gab es eine Ausstellungen im „Vorsicht! Kunst“-Zelt. Dieses wurde ab 2000 ebenfalls für Konzerte genutzt. 2003 wurde das Gelände vergrößert und neue Angebote aufgenommen, so z.B. der Espressotest im KunstZelt, ein Fußballturnier und ein Open-Air-Kino. In diesem Jahr wurde mit 85.000 Besuchern ein neuer Rekord gemeldet. Seit 2005 wird der eigens ins Leben gerufene „Preis für junge Kultur“ verliehen. Zum 20-jährigen Jubiläum wurde die Verteilung der Bühnen geändert und beide Mittig platziert, sowie ein U- und ein D-Zelt geschaffen. Seit 2009 gibt es nur noch eine OpenAir-Bühne. Dafür existiert eine U-25 Bühne, eine „Drinnen-Bühne“, sowie ein KunstZelt und ein Kinder-Kultur-Zelt. In diesem Jahr kamen 75.000 Besucher zu dem Festival. 2013 wurde die Anordnung der Bühnen nochmals geändert: Das Drinnen-Zelt rückte nach vorne zum Eingang an der Friedensbrücke, während die Draussen-Bühne am anderen Ende des Festgeländes ihren Platz fand. Neu war außerdem die kleine, etwas versteckte Cairo-Bühne. 2017 kamen 100.000 Besucher zum Festival.

Konzeption[Bearbeiten]

Auszüge aus der Webseite des U&D-Vereins zur Konzeption (geschrieben von Ralf Duggen, dem Mann der ersten Stunde beim U&D und jetzigem Geschäftsführer):

„Ausgangspunkt für das U&D war die Erfahrung, daß es in Würzburg sehr wohl gute Bands gab/gibt - die aber - wenn sie nicht grade bekannte Songs covern - kein großes Publikum haben. Das fand ich als Musikliebhaber einfach schade. Was könnte man also tun, um das Publikum zu den Bands zu bringen ? Kein Eintritt wäre schon mal hilfreich...

 Dann überlegte ich ganz egoistisch, was mich an Open Airs stört: 


  • lange Umbaupausen und lange Spielzeiten
  • mehr „drumrum"
  • drangvolle Enge: Enge vor der Bühne gehört zu einem Konzert. Aber im Rest des Geländes verzichte ich gern auf ungewollten Körperkontakt und bestimme auch gern selbst die Geschwindigkeit, mit der ich mich fortbewege. Daher war mir immer wichtig, daß das Gelände beim U&D „luftig“ ist


Damit waren schon ein paar Eckpunkte klar:

  • das Ganze darf keinen Eintritt kosten um das Publikum anzulocken
  • es braucht einen prägnanten Namen
  • Bands spielen kurz und die Umbaupausen dauern auch nicht lang
  • es sollten keine (kaum) Coverbands spielen, denn die haben in der Regel eher ihr Publikum
  • der inhaltliche Schwerpunkt liegt bei Pop-Bands (das meint nicht „Radiobands“, sondern die ganze Palette populärer Musik)
  • die Bands kommen zum Großteil aus Würzburg
 (Einwurf: im Laufe der Zeit kamen immer mehr Band aus ganz Deutschland und dem Ausland dazu; die Zahl lokaler Bands blieb über die Jahre aber fast konstant)
  • die Bands bekommen keine Gage, weil das die einizge Chance ist, das Festival zu finanzieren. Daraus resultiert, daß beim U & D nie die Riesennamen auftreten werden - was auch nie das Ziel war. Es geht immer um ein spannendes Programm durch das die Zuhörer neue Bands entdecken können. 
Wichtig: wenn‘s schon keine Gage gibt, soll das drumrum stimmen: Abwechslungsreiches, gutes Catering, kostenloser Verkauf von Bandmerchandising
  • es soll mehr als „nur“ Musik geben. Nicht nur aus „strategischen“ Gründen, sondern weil ich nie verstanden habe, warum man die einzelnen spannenden Kultursparten voneinander trennen soll. Spannend ist es doch, wenn sich Menschen mit verschiedenen Vorlieben begegnen und so mit Dingen in Kontakt kommen, die sie sonst nicht kennenlernen würden
Nicht zu irgendetwas bekehren wollen - nur Angebote schaffen. “

Ralf Duggen: Konzept des U&D

Organsisation[Bearbeiten]

Das U&D war bis 1994 eine städtische Veranstaltung, die aber von Beginn an zu einem großen Teil von nicht-städtischen freien Mitarbeitern organisiert wurde. Die Stadt zog sich 1994 auf Grund des zu hohen wirtschaftlichen Risikos aus der Veranstalterschaft zurück, in Folge wurde der gemeinnützige Umsonst & Draussen e.V. gegründet, der das Festival seit dem organisiert - weiterhin unterstützt von der Stadt.

Termin[Bearbeiten]

Im Jahr 2018 findet das Festival vom 21. bis 24. Juni auf den Mainwiesen statt.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Finanzierung[Bearbeiten]

Das U&D finanziert sich hauptsächlich durch den Verkauf von Getränken (dies organisiert der Umsonst & Draussen e.V. selbst). Weitere Einnahmenquellen sind Sponsorengelder, Zuschüsse, Standgebühren (Essen & Basar), Parkgebühren (Talavera Parkplatz) sowie in geringem Umfang Spenden.
Nur durch einen ausreichenden Getränkeumsatz kann gewährleistet werden, dass kein Eintritt verlangt werden muss. Im Gegenzug ist das Mitbringen von eigenen Getränken und Speisen auf das Festivalgelände nicht erlaubt. 2013 gab es erstmals die Aktion „Das könnt ihr behalten“, bei der man die Getränkebecher in aufgestellte Tonnen werfen kann und so das Pfand dem Festival spendet.

Rahmenprogramm[Bearbeiten]

Von Beginn an gab es beim U&D weit mehr als Musik (Stichwort: Figurentheater beim ersten U&D). Im Laufe der Jahre entwickelten sich neben dem zentralen Inhalt - der Musik - eine Vielzahl von Programmpunkten, die teilweise völlig untypisch für ein Open-Air-Festival sind: Ausstellungen in einem „Kunst-Zelt“, in dem auch ein großer Espressotest stattfindet, Poetry Slam, Improtheater, Kinderprogramm, Gospelmesse, das Musickpick (der Rechtschreibfehler ist Absicht...) oder die Ausstellung großformatiger Gedichte ("WortWeg"). Auf dem Sportplatz der Bereitschaftspolizei findet jährlich ein vom Jugendzentrum Heuchelhof organisiertes Fußballturnier statt, 2013 gab es zusätzlich einen Gummistiefel-Weitwurf-Wettbewerb der Deutsch-Finnischen Gesellschaft. Außerdem bietet der Umsonst & Draussen e.V. kostenlose Standplätze für Initiativen aus dem sozialen Bereich. Auf dem Gelände verteilt findet man seit wenigen Jahren die „KistenKunst“ von Laserkoala aus leeren Getränkekisten, z.B. in Form von Sitzgelegenheiten.

Anfahrt[Bearbeiten]

  • Der Großparkplatz Talavera wird während des Festivals vom Veranstalter bewirtschaftet. Das Parken kostet für einen Tag drei Euro, für das ganze Wochenende sechs Euro. Des Weiteren steht - insbesondere für Busse - der Viehmarktplatz zur Verfügung.
  • Für Fahrräder gibt es einen kostenlosen, überwachten Fahrradparkplatz unterhalb der Friedensbrücke am Festival-Eingang.
  • Das Gelände ist außerdem mit der Straßenbahn (Haltestelle Talavera) erreichbar. Es fahren die Linie 4 und die Linie 2. Während des U&D wird die Taktfrequenz der Straßenbahn erhöht.

Siehe auch[Bearbeiten]

Pressespiegel[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Main-Post: „30. ,Umsonst & Draussen’: 100.000 Musikfans feierten mit“ (18. Juni 2017)

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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