Giebelstadt

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Giebelstadt
Ortstyp Markt
Verwaltungsgemeinschaft Giebelstadt
Landkreis Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Land Deutschland
Kfz-Kennzeichen
Höhe 300 m ü. NN
Fläche 48.06 km²
Einwohner 5369 (2013)
Bevölkerungsdichte 105 Ew./km²
Gemeindekennzahl 09 6 79 138
Anschrift Marktplatz 3,

97232 Giebelstadt

Telefon 09334-808-0
Telefax 09334-808-41
E-Mail info@giebelstadt.de
Webseite http://www.giebelstadt.de
1. Bürgermeister Helmut Krämer (BB Giebelstadt)
Wappen
Wappen Giebelstadt.png
Ehemaliges Rathaus, heute Gemeindebibliothek
Katholische Pfarrkirche St. Josef der Bräutigam
Evangelisch-Lutherische Oswaldkirche
Friesenhäuser Schloss (Vorderansicht)
Zobelschloss
Wasserturm (Giebelstadt) (Höhe 19 m, erbaut 1930, in Betrieb bis 1966)

Giebelstadt ist eine Marktgemeinde im Landkreis Würzburg und Verwaltungssitz der Verwaltungsgemeinschaft Giebelstadt.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Die Bewohner der alemannischen Siedlung Giebelstadt, die ihren Namen nach der Sippe des alemannischen Königs Gibul/Gibuld trägt, wurden wohl im Zuge der fränkischen Eroberung christianisiert. Dies belegt die Entdeckung von drei Reihengräberanlagen aus der Zeit der Meowinger im Ostteil des Ortes. Zur Zeit der Missionsarbeit des Hl. Kilian und der Angelsachsen Willibrod und Bonifatius gab es wohl schon eine dem Kirchenpatron St. Oswald geweihte Kirche.

Geschichte[Bearbeiten]

Gemeinsam mit Eßfeld wird Giebelstadt erstmals im Jahr 820 urkundlich erwähnt. Im 13. und 14. Jahrhundert hatten die Ministerialengeschlechter Geyer und Zobel dort Grundbesitz und Lehen und übten im Dorf gemeinsam Herrschaftsrechte aus [1]. In Giebelstadt teilten sich das seit 1792 preußische Fürstentum Ansbach (als Nachfolger der Grafen von Geyer) sowie die Freiherren von Zobel die Herrschaft. Beider Rechte kamen 1806 an das Großherzogtum Würzburg des Erzherzog Ferdinand III. von Toskana, mit welchem Giebelstadt 1814 an Bayern fiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Kommune. 1851 erhält Giebelstadt das Marktrecht. Nach 1848 endet die Patrimonialgerichtsbarkeit der Zobel von Giebelstadt und Giebelstadt wird dem Bezirks- und Finanzamt und dem Amtsgericht Ochsenfurt eingegliedert. 1851 erhält die Gemeinde das Marktrecht.

Mindestens seit dem 18. Jahrhundert waren jüdische Familien im Ort ansässig, welche sich 1799 ihre eigene Synagoge erbauten. Diese wurde beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern verwüstet und 1944 abgerissen, woran eine Gedenktafel im Innenhof des Rathauses erinnert.[2]

Militärstandort[Bearbeiten]

1944 wurde von Häftlingen des Konzentrationslagers Flossenbürg auf dem Gebiet der Gemeinde ein Fliegerhorst errichtet, auf dem Kampfverbände stationiert waren. Nach dem Zweiter Weltkrieg übernahme die US Air Force das Giebelstadt Airfield. Am 1. Juli 2000 wurde die 12. Heeresfliegerbrigade der United States Army sowie die 69. Air Defense Artillery Patriot) in Giebelstadt stationiert. Nach dem Abzug der US-amerikanischen Truppen ist die Nutzung des Flugplatzes eingestellt worden. Das Gelände ist am 31. Dezember 2006 an die Bundesrepublik Deutschland zurückgefallen und steht nun zum Verkauf. Nach erfolgreichem Widerstand der Giebelstädter Bevölkerung wurde der Plan, einen Regionalflughafen aufzubauen, vorerst wieder ad acta gelegt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Es existieren folgende Gemarkungen:

Außerdem gehören die Einöden Kauzenmühle und Weidenmühle zu Giebelstadt. Zudem gab es früher den Ortsteil Klingholz, der heute Teil von Eßfeld ist.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten]

In Blau ein silberner Widderkopf mit goldenem Gehörn.

Wappendeutung[Bearbeiten]

Das Stammwappen der Geyer von Giebelstadt, die 1685 in den Reichsgrafenstand erhoben worden und 1708 ausgestorben sind, erinnert an dieses bedeutende Adelsgeschlecht. Die Geyer schieden aus der Wappengemeinschaft mit den Zobel aus und legten sich anstelle eines Pferdekopfs einen Widderkopf als Wappenbild zu.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Sehenswertes[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gewerbegebiet[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Flugplatz wurde während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 für den Transfer zu diversen Spielaustragungsorten genutzt. So flog die Nationalmannschaft von Ghana, welche ihr Quartier in Würzburg während der WM hatte, von Giebelstadt aus zu ihren Spielen. Auch die Nationalmannschaft von Ecuador, welche in Bad Kissingen ihr WM-Quartier hatte, nutzte diese Einrichtung. Der Flugplatz hat eine Zulassung für Maschinen bis zu einem Abfluggewicht von 14 t und ist im Landkreis der größte Flugplatz. Er wird auch häufig von im Landkreis ansässigen Firmen genutzt.

ÖPNV[Bearbeiten]

Buslinien 421, 422, 423 424 und 427 im Verkehrsverbund Mainfranken.

Gastronomie[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Florian Geyer (* um 1490 in Giebelstadt; † 10. Juni 1525 im Gramschatzer Wald bei Würzburg), Ritter und Diplomat.
  • Georg Bünau, (* 19. Dezember 1862 in Giebelstadt; † 1943) Architekturprofessor und Schriftsteller
  • Johann Kilian Keller, (* 5. September 1839 in Giebelstadt; † 27. August 1908 ebenda) Bürgermeister und Abgeordneter

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Marktgemeinde Giebelstadt (Hrsg.): 1150 Jahre Markt Giebelstadt. Markt Giebelstadt 1970
  • Giebelstadt und Ortsteile - ein kulturhistorischer Streifzug, Markt Giebelstadt 2005 (Onlinefassung)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wikipedia-Artikel „Giebelstadt“ (zitiert)
  2. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 143

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Die Karte wird geladen …


Dieser Artikel basiert in Teilen auf dem Artikel Giebelstadt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.