Frickenhausen am Main

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Frickenhausen am Main
Ortstyp Markt
Verwaltungsgemeinschaft Eibelstadt
Landkreis Würzburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Freistaat Bayern
Land Deutschland
Kfz-Kennzeichen
Höhe 180 m ü. NN
Fläche 10,54 km²
Einwohner 1.228 Ew.
Bevölkerungsdichte 117 Ew./km²
Gemeindekennzahl 09 6 79 131
Anschrift Babenbergerplatz 6,
97252 Frickenhausen
Telefon 09331-2726
Telefax 09331-804531
E-Mail verwaltung@frickenhausen-main.de
Webseite http://www.frickenhausen-main.de/
1. Bürgermeister Reiner Laudenbach
Wappen
Wappen Frickenhausen.jpg

Frickenhausen am Main (amtlich: Frickenhausen a.Main) ist eine Marktgemeinde im Landkreis Würzburg und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Eibelstadt. Es handelt sich um einen der ältesten mittelalterlichen Weinorte in Mainfranken, dessen historisches Erscheinungsbild weitgehend erhalten ist. Unter der Herrschaft des Domkapitels zu Würzburg entstanden zahlreiche Fachwerk- und Barockgebäude. Die Weingüter sind seit salischer Zeit berühmt.[1]

Geographie[Bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Gallus
Maintor
Mariensäule von 1710
Kriegerfriedhof
Schwarzenberg-Palais

Frickenhausen am Main liegt im Regierungsbezirk Unterfranken, in der Region Mainfranken, im Landkreis Würzburg an der südlichen Spitze des Maindreiecks.

Ortsteile[Bearbeiten]

Zur Marktgemeinde gehört auch der Weiler Markgrafenhöfe.

Geschichte[Bearbeiten]

Babenberger[Bearbeiten]

Bis zum 9. Jahrhundert gehörte die Siedlung zum Herrschaftsbereich der fränkischen Babenberger. Der örtliche Weinbau und die Errichtung einer eigenen Kirche dürfte auf dieses Adelsgeschlecht zurückgehen. Frickenhausen gelangte dann an das Hochstift Würzburg im Wege einer Schenkung, nachdem der gräflich babenbergische Besitz infolge der Babenberger Fehde dem Reich verfallen war. Diese Schenkung ist dokumentiert in einer Urkunde von König Ludwig IV. dem Kind aus dem Jahr 903. Der König schenkte dem Bistum Würzburg Kirche und Königsgut in Frickenhausen.[2] Damit sollte es für die Verwüstungen durch Adalbert von Babenberg entschädigt werden.

Hochstift Würzburg[Bearbeiten]

Die Würzburger Bischöfe erhoben Frickenhausen zum bischöflichen Tafelgut. Sie förderten das örtliche Gewerbe und die Landwirtschaft, insbesondere den Weinbau. Am 12. Mai 1182 bestätigte Papst Lucius III. dem Hochstift Würzburg die „villa, que dicitur Frickenhusen.“[3] Bischof Berthold II. von Sternberg inkorporierte 1276 mit Zustimmung des Domkapitels die bischöfliche Patronatspfarrei „Frickenhusen“ mit ihren Kapellen dem Hochstift zur Aufbesserung der Pfründe.[4] Im 14. Jahrhundert sammelte das Hochstift immer mehr Schulden an, was zu Anfang des 15. Jahrhunderts den damaligen Bischof Johann I. von Egloffstein dazu veranlasste, durch Verkäufe die Verschuldung des Hochstifts zu reduzieren.

Domkapitel zu Würzburg[Bearbeiten]

So kam Frickenhausen durch einen Verkauf im Jahr 1406 für 10.000 Gulden an das Würzburger Domkapitel, das den Ort weiter förderte. Es kann nicht mit Bestimmtheit nachgewiesen werden, wann der Ort das Marktrecht erhielt. Wenn kein Datum der Marktrechtverleihung überliefert ist, deutet dies auf ein hohes Alter des Marktgeschehens hin. Da aber König Ruprecht von der Pfalz (1400 bis 1410) am 14. November 1406 vom Domkapitel die schriftliche Bitte vorgelegt wurde, den Jahrmarkt am Gallustag (16. Oktober) um drei Tage zu verlängern, müssen schon früher regelmäßig Märkte stattgefunden haben. Im Jahre 1642 wurde mit dem Jahrmarkt auch ein Viehmarkt verbunden. Allen Besuchern, die sich am Frickenhäuser Markt beteiligten, wurde des Hl. Römischen Reichs Schirm und Geleit zugesichert. 1475 baute das Domkapitel eine grosse Weinkellerei. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde außerdem eine massive Befestigung mit Mauer und Türmen angelegt. Der spätmittelalterliche Mauerring umfasst den Ort in einem etwa rechteckigen Umriss und ist in seinem ganzen Umfang erhalten. Im 16. Jahrhundert wurden die Pfarrkirche St. Gallus (Frickenhausen), eine dreischiffige Hallenkirche, und das angrenzende Rathaus im Stil der Spätgotik errichtet.

Insbesondere gedieh der Weinbau auf den Muschelkalkböden an den Hängen zum Main. Zahlreiche adlige Geschlechter und geistliche Grundherren erwarben Weinkeller in Frickenhausen. Es wurden prächtige Fachwerkhäuser gebaut. In der Zeit des Barock entstanden dann auch einige repräsentative Patrizierhäuser. Im Rahmen der durch den Reichsdeputationshauptschluss geregelten Säkularisation wurde 1803 das Hochstift Würzburg aufgelöst. Frickenhausen fiel damit an das Kurfürstentum Bayern.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Siedlungsname "Frichenhusen" ist im 9. Jahrhundert in einer Urkunde im Hessischen Staatsarchiv in Marburg belegt. 1418 erscheint der Ortsname in der heutigen Schreibweise in der "Franconica". Der Namenszusatz kam zur Unterscheidung mehrerer deutscher Ortschaften gleichen Namens erst im offiziellen Ortsverzeichnis 1964 hinzu. Bestimmungswort ist der Männername Fricho oder Fricco.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten]

In Silber ein aufrechter goldener Krummstab, dem ein waagrechtes grünes Rebstück unterlegt ist; daran beiderseits je ein nach oben gerichtetes grünes Blatt und eine herab hängende Traube.

Wappendeutung[Bearbeiten]

Frickenhausen ist seit alters her bekannt für seine gute Weinlage. Dies kommt durch das Rebstück mit den Trauben zum Ausdruck. Der Bischofsstab erinnert an das Hochstift Würzburg, das seit dem frühen 10. Jahrhundert in Frickenhausen belegt ist. Aus dem Jahr 1537 ist der Abdruck eines Siegels mit den nebeneinander hängenden Trauben und dem Bischofsstab überliefert.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

Sehenswertes[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Vereine A-Z[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Frickenhausen Logo.jpg

Gastronomie[Bearbeiten]

Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

  • 42 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 392 ha davon waren 302 ha Ackerfläche und 8 ha Dauergrünfläche im Jahr 1998.

Unternehmen[Bearbeiten]

Weingüter[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch den Osten des Gemeindegebietes verläuft die Bundesautobahn 7; die nächste Anschlussstelle ist Marktbreit, einige Kilometer südöstlich auf der anderen Mainseite gelegen. Durch den Ort führt die Staatsstraße 2270. Aufgrund der beiden denkmalgeschützten Tore der ehemaligen Ortsbefestigung ist der Schwerlastverkehr durch den historischen Ortskern gesperrt.

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestellen: Frickenhausen/Unteres Tor, Frickenhausen/Siedlung
Eisenbahn.png Nächste Bahnstation: Ochsenfurt


Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein, Lexikon fränkischer Ortsnamen: Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken, C.H.Beck, München, 2013, S. 74

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Denis André Chevalley u.a., Unterfranken, 1985, S. 326
  2. Monumenta Germaniae Historica DD Kar. Germ. I 23; Karl Puchner, Die Ortsnamen auf -hausen in Unterfranken, in: BllOberdtNamenforsch 5 (1962/64) Heft 1/2, S. 15 Nr. 38
  3. Staatsarchiv Würzburg, Würzburger Standbücher 122, fol. 16r; Enno Bünz, Gründungsausstattung und Güterteilung des Würzburger Kollegiatstiftes Haug im Spiegel der ältesten Papsturkunden (1182-1195), in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter 57 (1995), S. 33-78, Editionsanhang Nr. 1
  4. Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg IX: Urkundenregesten zur Geschichte der kirchlichen Verwaltung des Bistums Würzburg im hohen und späten Mittelalter (1136-1488), bearb. von Wilhelm Engel, 1954, S. 31 Nr. 22

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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