Frauenland

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Blick auf den Stadtbezirk Frauenland
Blick auf den Stadtbezirk Frauenland
Frauenlandplatz

Das Frauenland ist nach der Altstadt der bevölkerungsreichste Stadtbezirk von Würzburg und umfasst die Stadtteile Frauenland, Mönchberg und Gartenstadt Keesburg.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Lage des Stadtbezirks Frauenland in Würzburg

Der 7,74 Quadratkilometer [1] große Stadtbezirk (Höhe: 185 - 300 m ü. NN) grenzt im Westen am Stadtring Süd und der Bahntrasse an den Stadtbezirk Sanderau. Im Osten erstreckt sich das Frauenland im Bereich des Campus Hubland Süd und Campus Hubland Nord bis an die Gemarkung der Gemeinde Gerbrunn. Nördlich grenzt das Frauenland an das Gewerbegebiet Aumühle, südlich geht es über in die Weinlage Abtsleite und grenzt an den Markt Randersacker.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Mit 17.642 Einwohnern (Stand: 31.12.2015) ist das Frauenland einwohnermäßig der zweitgrößte Stadtbezirk Würzburgs.[2] Mit einer Bevölkerungsdichte von 2.246 Einwohnern pro Quadratkilometer ist der Stadtbezirk sehr dünn besiedelt, was vor allem an der größtenteils lockeren Bebauung mit Einfamilienhäusern und Villen liegt und deutlich an den mit Gartenanlagen geplanten Wohnvierteln wie der Gartenstadt Keesburg, der Kriegersiedlung oder auch der Kolonie Heimgarten sichtbar wird.[3]

Namensherkunft und Geschichte[Bearbeiten]

Der Name des Stadtbezirkes beruht auf der Tatsache, dass ein großer Teil des Landes, auf dem später das Frauenland entstand, bis zur Säkularisation 1803 den Frauenklöstern gehörte, die hier ihren Besitz an Wein- und Krautgärten hatten, während die Männerklöster ihre Ernten auf dem Mönchberg einbrachten. Bis zur Säkularisation 1803 gab es in Würzburg elf Manns- und acht Frauenklöster. Anfang des 19. Jahrhunderts war dieses Gebiet bis auf eine Wagenfabrik und die Gartenwirtschaft Letzter Hieb noch frei von Bebauung.

Ab 1880 schuf der Verschönerungsverein Würzburg zwischen Rottendorfer Straße und Seinsheimstraße östlich der Bahnlinie und südlich des Wasserreservoirs den Park Karolinenruhe, der wegen seiner stadtnahen Lage rege frequentiert war. Der Park musste größtenteils dem Stadtring Süd und Wohnbebauung weichen. 1898 wurde das Hauptgebäude für das Schullehrerseminar am Wittelsbacherplatz errichtet (gegenwärtig Philosophische Fakultät II der Universität).

Bis in die 1930er Jahre entstanden östlich der Bahntrasse weitere Wohnanlagen, Lehrerbildungsanstalten, das Blindeninstitut, die Klinik König-Ludwig-Haus, die Mariannhiller Mission, das Missionsärztliche Institut mit Klinik sowie mehrere Kirchen. Geprägt waren Teile der Bebauung durch die Architektur des Nationalsozialismus, so zum Beispiel die Berthold-Schule (heutige Goethe-Volksschule) und verschiedene Wohnhäuser.

Ab den 1970er Jahren wurde das Frauenland vor allem in östliche Richtung durch den Hubland-Campus (Campus Hubland Süd) der Julius-Maximilians-Universität erweitert. Beispiele: 1970 bis 1983 Mathematik I & II, 1970 bis 1974 Naturwissenschaftlicher Hörsaalbau, 1969 bis 1972 Zentrum Chemie, 1974 bis 1981 Universitätsbibliothek, 1974 bis 1978 Hubland-Mensa. Seitdem wurde und wird der Hubland-Campus kontinuierlich erweitert.

Gegenwärtig ist das Frauenland ein beliebtes Wohngebiet, was sich wiederum in den Immobilienpreisen widerspiegelt. Bei Studenten punktet der Stadtbezirk vor allem durch seine Lage zu den Einrichtungen der Universität.

Stadtteile[Bearbeiten]

Frauenland[Bearbeiten]

Universitätsgebäude am Wittelsbacherplatz

Dieser Stadtteil ist gleichnamig zum Stadtbezirk und flächenmäßig am größten. Hier dominiert vor allem die Wohnbebauung in verschiedenen Formen: Im älteren, innenstadtnahen Bereich des Stadtteils rund um dem Frauenlandplatz befinden sich vor allem mehrstöckige Mehrparteienhäuser, die in wenigen Straßenzügen eine typische Blockrandbebauung zeigen (z.B. Wohnanlage der Stadtgemeinde). Viele der Wohnblöcke sind im Besitz von Wohnungsbaugenossenschaften. Darüber hinaus ist der Stadtteil vor allem geprägt durch ein- und zweistöckige Einfamilienhäuser und Villen. An der Grenze zu den ehemaligen Leighton-Barracks befindet sich des Weiteren die Kriegersiedlung, die zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg geplant und realisiert wurde.

Daneben befinden sich hier zahlreiche Bildungseinrichtungen, darunter das Matthias-Grünewald-Gymnasium, das Dag-Hammarskjöld-Gymnasium ehemals Mozart-Schönborn-Gymnasium, die Franz-Oberthür-Schule, die David-Schuster-Realschule und die Goethe-Kepler-Grundschule. Außerdem die Zweigstelle der Universität für Soziologie, Politische Wissenschaft, Pädagogik und Sonderpädagogik am Wittelsbacherplatz, im Volksmund „PH“, unter Studenten „Wittel“ genannt. Am Hubland befinden sich einige weitere Gebäudekomplexe der Universität, u.a. die Universitätsbibliothek und das Rechenzentrum.

Im Bereich der Unterführung Zeppelinstraße befinden sich legale Graffiti-Wände für Sprayer („hall of fame“).

Im Stadtteil Frauenland gibt es zwei christliche Kirchen: Pfarrkirche zu Unserer Lieben Frau (katholisch) und die Martin-Luther-Kirche (evang.-luth.).

Gartenstadt Keesburg[Bearbeiten]

Der kleine Stadtteil Gartenstadt Keesburg ist eine gewachsene Gartenstadt oberhalb der Kernstadt. Es handelt sich hauptsächlich um Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser mit Gärten. Diese wurden ab 1928 errichtet - anfangs noch als Hindenburgsiedlung. In den 1930er Jahren folgten unter Hubert Groß weitere Wohnstätten.

Im Stadtteil Gartenstadt Keesburg ist außerdem die Volkssternwarte Würzburg angesiedelt, auf dem Grund des Kepler-Schulhauses der Goethe-Kepler-Grundschule. Des weiteren befindet sich hier die Freie Waldorfschule Würzburg. Stadtteilkirchen sind die Auferstehungskirche (evangelisch) und St. Alfons (katholisch).

Mönchberg[Bearbeiten]

Gesamtansicht der Herz-Jesu-Kirche im Stadtteil Mönchberg

Auf dem Mönchberg befindet sich der Gesamtkomplex aus Herz-Jesu-Kirche, dem langgestreckten Seminarflügel und dem Missionsärztlichen Institut mit seiner wichtigen Tropenmedizinischen Abteilung. Das Gebäude ist weithin sichtbar. Außerdem befindet sich hier die Deutsche Bundesbank Filiale Würzburg, sowie die Mönchbergschule, die eine Grund- und Volksschule ist und sich durch die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund auszeichnet, für welche sie spezielle Klassen und Angebote aufweist. Den Stadtteil prägt außerdem das ehemalige US-Hospital in der Mariannhillstraße, das in Form des Mönchberg-Parks eine Umnutzung zu einer modernen Wohnanlage erfuhr.

Im nördlichen Bereich ist der Stadtteil durch eine sehr heterogene Wohnbebauung geprägt, die sich bis zur Bahnlinie Würzburg-Nürnberg erstreckt. Hier gibt es sowohl Hochhäuser, als auch kleine Einfamilienhäuser. In der dort verlaufenden Barbarastraße befindet sich die Kirche St. Barbara (kath.), nördlich davon die Siedlungskolonie Heimgarten. Im Nordosten reicht die Wohnbebauung bis an den Grünzug Lehnleite.

Leighton Barracks (nur geographisch)[Bearbeiten]

Die US-Streitkräfte unterhielten hier ein großes Areal, die Leighton-Barracks. Im Zuge der Umstrukturierung der Streitkräfte in Europa wurde die Kaserne geräumt und an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) übergeben. Heute wird das Gelände teilweise als Campus Nord von der Universität genutzt. Zukünftig soll in diesem Bereich der neue Stadtteil Hubland mit mehreren Quartieren entstehen.

Sehenswertes[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

Brunnen[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Legale Graffiti-Wand in der Zeppelinstraße

Einrichtungen[Bearbeiten]

Vereine und Gruppen[Bearbeiten]

Sportstätten[Bearbeiten]

Kindertagesbetreuung[Bearbeiten]

  • Kath. Kinderkrippe St. Alfons
  • Studentische Kinderkrippe Am Hubland
  • Studentische Kinderkrippe Am Galgenberg
  • Krabbelstube Martin-Luther-Kirche
  • Krabbelstube St. Barbara
  • Krabbelstube Unsere Liebe Frau I und II
  • Krabbelstube Auferstehungskirche
  • Waldorfkindergarten
  • Kath. Kindergarten Unsere Liebe Frau
  • Kath. Kindergarten St. Barbara
  • Kath. Kindergarten St. Alfons
  • Evang. Kindergarten Martin-Luther-Kirche „Sternschnuppe"
  • Schülerhort an der Goetheschule
  • Hort an der Freien Waldorfschule
  • Kindertagesstätte „Wildwuchs" e.V.

Verkehr[Bearbeiten]

  • Mit dem Südlichen Stadtring grenzt eine der am stärksten befahrenen Straßen Würzburgs an den Stadtbezirk.

ÖPNV[Bearbeiten]

  • Gegenwärtig wird der Stadtbezirk ausschließlich durch Buslinien erschlossen. Im Frauenland fahren die Linien 6,10,14,16,28, 34,114,214 und 560 (114, 214 nur während des Semesters).
  • Künftig soll die geplante Straßenbahnlinie 6 durch das Frauenland führen.
Eisenbahn.png Nächste Bahnstation: Würzburg-Süd


Bildergalerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informationen der Stadt Würzburg, FA Tiefbau
  2. Information der Statistikstelle Stadt Würzburg
  3. Main-Post: Ziemlich schwarz und doch auch grün (18.10.2012)

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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