CSD Würzburg

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Aufgrund der Diskriminierung von Schwulen in den 60er Jahren und vielen Razzien in amerikanischen Schwulenlokalen kam es 1969 zu einem Aufstand der Schwulen, aus der die Lesben- und Schwulenbewegung hervorging. An diesen Tag soll der in vielen Städten abgehaltene Christopher Street Day erinnern. In Würzburg gründete sich bereits 1972 die Würzburger Homosexuelle Studenteninitiative WüHSt, die bis 1998 durch intensive Öffentlichkeitsarbeit den Boden für die Möglichkeit der Veranstaltung der heutigen CSDs bereitet hat.

Den ersten größeren Schritt in die Richtung eines CSDs in der Würzburger Öffentlichkeit gingen 1997 die Würzburger Schwulengruppe WüHSt und das WuF-Zentrum. Ein kleines Häuflein an Schwulen machte mit einer „CSD-Promenade“, also einem Spaziergang durch die Würzburger Innenstadt mit Regenbogenfahnen auf sich aufmerksam.

Geschichte des Christopher Street Days (CSD)[Bearbeiten]

Es begann wie eine Routine-Razzia - an jenem 27. Juni 1969:

In den 60er Jahren kam es in New York und anderen Städten immer wieder zu Razzien in Schwulenlokalen. Dabei wurde die Identität der Besucher des Lokals festgestellt (und bisweilen öffentlich gemacht) und es kam zu Verhaftungen und Anklagen wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. Am 27. Juni 1969 fand eine solche Razzia in der Szene-Bar „Stonewall Inn“, die an diesem Abend auch von zahlreichen Transvestiten und Drag Queens besucht war, statt. An diesem Tag sollen sich nicht zuletzt deswegen besonders viele Schwule in New York aufgehalten haben, weil zuvor die Beerdigung eines Schwulenidols stattgefunden hatte, der Schauspielerin Judy Garland. Die Besucher des „Stonewall Inn“ jedenfalls ließen sich das Vorgehen der Polizei nicht mehr gefallen. Auf einmal, so eine der zahlreichen Legenden, flog eine Flasche, dann prasselten Fäuste, Gläser und Handtascheninhalte auf die Cops hernieder. Die jahrelang aufgestaute Wut schlug ihnen massiv entgegen. Die Staatsgewalt war so überrascht, dass ihr zunächst nichts anderes übrig blieb, als sich in der mittlerweile leeren Bar zu verschanzen. Die Gäste, die sich ihrer Verhaftung entzogen hatten und auf der Straße standen, stürmten mit einer Parkuhr als Rammbock die Türen des „Stonewall Inn“. Auch als das Spezial-Einsatzkommando der Polizei eintraf, waren die aufgebrachten Homos nicht in die Flucht zu schlagen – im Gegenteil.

Die Ereignisse führten zu einer breiten Solidarisierung im New Yorker Schwulenviertel und auch in den Folgetagen wurde den inzwischen verstärkten Polizeitruppen erfolgreich Widerstand geleistet. Erst nach fünf Tagen beruhigte sich die Situation.

Seit diesen Tagen gewann die Lesben- und Schwulenbewegung an Bedeutung, sprang der Funke der „gayliberation“ von New York aus über auf die ganze USA, auf Südamerika, Europa und Australien.

In vielen großen und kleinen Städten in unserer Republik sowie weltweit wird ab Juni mit dem Christopher Street Day diesem Tag – dem 27. Juni 1969 – gedacht.

Mit Paraden und Straßenfesten gehen Schwule und Lesben auf die Straße. Die Inhalte waren und sind jeweils die aktuellen politischen Themen und Forderungen (rechtliche Gleichstellung, „Homoehe“ u.a.) sowie mehr und mehr der Spaß an der Selbstdarstellung – für viele auch ein wichtiger Schritt in ihrem Coming Out.

Christopher Street Day in Würzburg[Bearbeiten]

Infostand der Würzburger Schwulengruppe WüHSt 1980 am Kürschner Hof
„Andersrum ist nicht verkehrt“ - Motto des CSD 2002 in Würzburg
„TRAUSAAL 2008 - Für Gerechtigkeit. Für Akzeptanz.“ - Motto des CSD 2008 in Würzburg
CSD Würzburg 2013: Politischer Empfang im Wappensaal des Rathauses mit Oberbürgermeister Georg Rosenthal und Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
CSD Würzburg 2013: Demonstrationszug durch die Würzburg Altstadt

Die Feiern der heutigen CSDs wären ohne die jahrzehntelangen Emanzipationsarbeiten der Schwulengruppen vor Ort kaum vorstellbar. In Würzburg gründete sich bereits 1972 die rzburger Homosexuelle Studenteninitiative WüHSt, die bis 1998 – ähnlich wie die politisch arbeitenden Schwulengruppen in anderen Städten – durch intensive Öffentlichkeitsarbeit den Boden für die Möglichkeit der Veranstaltung der heutigen CSDs bereitet hat.

Den ersten größeren Schritt in die Richtung eines CSDs in der Würzburger Öffentlichkeit gingen 1997 die Würzburger Schwulengruppe WüHSt und das WuF-Zentrum. Es war zwar ein kleines, dennoch feines Häuflein an vorzugsweise Schwulen, das am 14. Juni 1997 mit einer „CSD-Promenade“, also einem Spaziergang durch die Würzburger Innenstadt mit Regenbogenfahnen auf sich aufmerksam machte.

Der „CSD 1997 in Mainfranken – Würzburger unterm Regenbogen” war auch die Geburtsstunde des ersten „Internetauftrittes” von Schwulen und Lesben in Würzburg mit wuerzburg.gay-web.de.

Im Jahre 2001 folgte rund um den Vierröhrenbrunnen das „Fest der Partnerschaften”. Dieses „1. schwul-lesbische Straßenfest” erhob allerdings nicht den Anspruch eines CSDs, sondern war Ausdruck und Protest gegen die Blockadepolitik der unionsgeführten Bundesländer – allen voran Bayern – gegenüber dem von der rot-günen Regierung eingeführten Lebenspartnerschaftsgesetz. Das Ausführungsgesetz, welches das Bundesverfassungsgericht den einzelnen Bundesländern zugesprochen hatte, wurde von der CSU provokativ verzögert und erst Ende des Jahres 2001 umgesetzt mit dem Resultat, dass das Standesamt den Schwulen und Lesben in Bayern (und anderen unionsgeführten Bundesländern) lange Zeit verschlossen war.
Ab dem 1. Januar 2011 gelten in allen Bundesländern außer Baden-Württemberg das Personenstandsgesetz, die Personenstandsverordnung und das Lebenspartnerschaftsgesetz. Damit ist dort einheitlich die Zuständigkeit der Standesämter gegeben, das Verfahren ist vollständig dem der Eheschließung angeglichen. In Bayern kann die Lebenspartnerschaft auch wahlweise vor einem Notar begründet werden.

Den ersten großen CSD in Würzburg unter dem Motto „Andersrum ist nicht verkehrt” wagten 2002 die Junx4You, bei dem nicht nur Schwule und Lesben feierten und tanzten, sondern unter anderem auch die 3. Bürgermeisterin der Stadt Würzburg Marion Schäfer (SPD). Bei diesem CSD ließen auch Parteien und Verbände sowie Schwulen- und Lesbengruppen nicht die Gelegenheit aus, sich einem breiteren Publikum zu präsentieren.

Es folgten der jetzt unter der Trägerschaft des Toleranz Fabrik e.V. organisierte Christopher Street Day 2003 „Würzburg erlebt Toleranz. Jetzt.“ und der CSD 2004 „1300 Jahre Würzburg – 100% Gleichstellung“, beide auf dem Unteren Markt. Und natürlich dürfen die Partys rund um den CSD in Würzburg nicht vergessen werden.

Dann kam der CSD 2005 in Würzburg unter dem Motto „Traut Euch!“. Das Motto wurde um die Brisanz verschärft, dass die konservative Mehrheit des Würzburger Stadtrates vorher erneut die Öffnung des Trausaales für heiratswillige schwule und lesbische Pärchen abgelehnt hatte. Aus der geplanten Parade wurde ein kämpferischer Demonstrationszug mit viel Politprominenz an der Spitze. Der 1. schwul-lesbische Demonstrationszug in Würzburg. Eine Premiere. Aber der CSD 2005 konnte mit noch weiteren Premieren aufwarten: Zum ersten Mal in der Geschichte Würzburgs hingen vor dem Hauptbahnhof und Congress-Centrum und am Unteren Markt schwul-lesbische Fahnen und zum ersten Mal fand im Congress Centrum Würzburg mit der CSD-After-Show-Party eine schwul-lesbische Veranstaltung statt. Vier Tage „Say it loud – gay and proud“ in Würzburg.

Für den CSD 2006 in Würzburg hatte die Toleranz Fabrik e.V. als Trägerverein das Motto „Wir sind Würzburg.“ ausgegeben. Das Straßenfest fand im Schatten des St. Kilian-Doms auf dem Paradeplatz statt und erhielt – ebenso wie der Demonstrationszug durch die Innenstadt – wesentlich weniger Zuspruch der Gay Community wie 2005. Dies könnte daran gelegen haben, dass die ortsansässigen schwulen und lesbischen Vereine und Gruppen weder an den Vorbereitungen noch an der Durchführung des CSDs beteiligt waren. Wir sind Würzburg?

„total normal!“ lautete das Motto des CSD 2007 in Würzburg. Der Demonstrationszug durch die Würzburger Innenstadt war bunt und hatte wieder mehr Zulauf wie im Jahr zuvor. Leider gab es beim Straßenfest eine drastisch verkleinerte Bühne und so gut wie kein Programm. Trotzdem war es gemütlich und alles was Rang und Namen hatte, befand sich auf den Beinen. Parallel zum CSD feierte das schwulesbische Zentrum WuF „35 Jahre Schwulenbewegung in Würzburg“.

„TRAUSAAL 2008 - Für Gerechtigkeit. Für Akzeptanz.“ Unter diesem Motto feierten die Würzburger Schwulen und Lesben den CSD 2008. Und zum Feiern gab es Grund genug: Am 24. Juli hatte der Würzburger Stadtrat mit einer breiten Mehrheit die Öffnung des Trausaals zur Eintragung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften beschlossen. Die Hartnäckigkeit der Toleranz Fabrik seit Jahren immer wieder diese Öffnung zu fordern, hatte sich nun bezahlt gemacht. Premiere: Als erstes Stadtoberhaupt Würzburgs hatte der im März neu gewählte Georg Rosenthal (SPD) die Schirmherrschaft für den CSD Würzburg übernommen. Als prominenten Gast beim diesjährigen CSD konnte die Toleranz Fabrik den 1. Parlamentarischen Geschäftsführer der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Volker Beck begrüßen.

„Ardiggl drei - mier komme nei!“ war das Motto des CSD 2009 in Würzburg. Beim Demonstrationszug am Nachmittag konnten etwa 600 Teilnehmer gezählt werden, die mit dem Lärm hunderter Trillerpfeifen die Forderung des CSD nach einer Ergänzung des Gleichheitsartikels des Grundgesetzes um die sexuelle Identität unterstützten. Auf dem anschließenden Straßenfest auf der Alten Mainbrücke und Vierröhrenbrunnen haben bis in die Abendstunden die Besucher ein interessantes Programm verfolgt und bei herrlichen Wetter die bezaubernde Kulisse der Alten Mainbrücke genossen.

Das Straßenfest des CSD 2010 fand am 31. Juli 2010 unter dem Motto „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich! - Wirklich alle?!“ auf dem Unteren Markt statt. Ein breites Rahmenprogramm ergänzte das Straßenfest. Oberbürgermeister Georg Rosenthal hatte auch in diesem Jahr in seiner Funktion als Stadtoberhaupt der Europastadt Würzburg und Schirmherr des CSD die politische Eröffnung des CSD am Freitag, 30. Juli im Wappensaal des Rathauses übernommen. Politischer Gastredner war Florian Pronold, MdB und Landesvorsitzender der SPD Bayern.

Der Demonstrationszug am Samstagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein durch die Würzburger Innenstadt hatte in diesem Jahr nicht so viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie im letzten Jahr. Auch glänzte ein Großteil der Würzburger Politprominenz durch Abwesenheit. Das lässt Fragen offen.
Beim Straßenfest waren viele Parteien durch Infostände vertreten. Auch das schwulesbische Zentrum WuF und die dort beheimateten Gruppen präsentierten sich der Öffentlichkeit ebenso wie die AIDS-Beratungsstelle Unterfranken der Caritas.
Das Jahr 2011 war im wahrsten Sinne des Wortes ein Jubiläumsjahr: Die Toleranz Fabrik feierte 10 Jahre CSD Würzburg. Das Motto lautete „10 Jahre Liebe, 10 Jahre Kampf, 10 Jahre CSD Würzburg!“. Happy Birthday hieß es also am Samstag, 30. Juli 2011 auf dem Unteren Markt.
Auch im Jubiläumsjahr des CSD Würzburg war Oberbürgermeister Georg Rosenthal gerne dazu bereit, die Schirmherrschaft über den CSD Würzburg zu übernehmen. In seinem Grußwort schrieb er unter anderem: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich - für Bürgerinnen und Bürger, die ihre gleichgeschlechtliche Liebe leben und bekennen, ist dieser Verfassungsgrundsatz in unserem Land auch nach zehn Jahren Lebenspartnerschaftsgesetz noch immer nicht vollständig verwirklicht. Und in der Gesellschaft treffen sie nach wie vor häufig auf Unverständnis und Ablehnung.
Der CSD Würzburg macht demgegenüber deutlich: Schwule, lesbische, transsexuelle und intersexuelle Mitmenschen haben ihren selbstverständlichen Platz in unserer Gesellschaft. Deshalb habe ich in diesem Jahr wieder sehr gerne die Schirmherrschaft übernommen, um meine Solidarität und meine Dankbarkeit für das große Engagement der Veranstalter zu zeigen.“

Der CSD Würzburg 2012 fand vom 29. Juni bis 01. Juli wieder unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Georg Rosenthal statt. Das Motto lautete „Flagge zeigen“. Am Samstag, 30. Juni veranstaltete die Toleranz Fabrik e.V. das Straßenfest auf dem Unteren Markt. Von dort aus startete auch der Demonstrationszug, der que(e)r durch die Innenstadt führte.

Eröffnet wurde der CSD 2012 in Würzburg am Freitag, den 29. Juni um 19.30 Uhr im Wappensaal des Würzburger Rathauses von Oberbürgermeister Georg Rosenthal, in dessen Grußwort unter anderem zu lesen ist: „Toleranz und Verständnis gegenüber Menschen, die anders denken, leben oder lieben als wir selbst, sind eine unabdingbare Voraussetzung einer funktionierenden Gesellschaft mit menschlichem Gesicht. (...) Aber noch immer fehlen in Deutschland wichtige Elemente zur vollen rechtlichen Gleichstellung. Und noch immer verhindert in unserer Gesellschaft eine verbreitete Homophobie ein unaufgeregtes, selbstverständliches Miteinander von Hetero- und Homosexuellen. Der Christopher Street Day ist deshalb als politische Demonstration unverändert aktuell und notwendig.“

Der CSD Würzburg 2013 fand unter dem Motto „100% CSD Würzburg“ vom Freitag, 30. August bis Samstag, 31. August statt. Die Schirmherrschaft hatte Oberbürgermeister Georg Rosenthal bereits zum sechsten Mal übernommen. Eröffnet wurde der 12. Christopher Street Day in Würzburg mit der politischen Forderung nach einer 100%igen Gleichstellung von Homosexuellen gegenüber Heterosexuellen am Freitagabend im Wappensaal des Würzburger Rathauses. Die anwesende Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) forderte unter anderem das volle Adaptionsrecht für homosexuelle Paare und sprach sich gegen eine weitere Unterscheidung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft aus. Oberbürgermeister Georg Rosenthal machte deutlich, dass die Veranstaltung zu Würzburg als einer weltoffenen und toleranten Stadt passe. Der Christopher Street Day erinnere an mutige Menschen, die Opfer von Diskriminierungen wurden und mit ihrem Kampf eine Öffnung der Gesellschaft erreicht hätten.

Zum Straßenfest hatte der Veranstalter am Samstag ab 14 Uhr auf den Fischmarkt und in die gesperrte Karmelitenstraße eingeladen.

Die Veranstaltungen zum CSD Würzburg 2014 unter dem Motto „Gleiche Rechte - in Würzburg, in Europa, weltweit“ fanden von Donnerstag, 28. August bis Sonntag, 31. August statt. Die Schirmherrschaft übernahm der Würzburger Oberbürgermeister Christian Schuchardt, der die Veranstaltung am 29. August um 19.00 Uhr im Wappensaal des Würzburger Rathauses eröffnete.

In seiner Grundsatzrede erklärte der Oberbürgermeister, dass Akzeptanz und gegenseitiges Verständnis für ihn die Schlüssel für ein gesellschaftliches Miteinander seien. „Nur mit Offenheit und Aufklärung werden wir es schaffen, den Menschen die Angst vor dem Tabuthema Sexualität zu nehmen.“ Bereits vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister hatte Christian Schuchardt auf Nachfrage, ob er bei einer Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt Würzburg die Tradition seines Vorgängers Georg Rosenthal beibehalten und die Schirmherrschaften über den CSD Würzburg übernehmen würde, geantwortet: „Nach meinem Verständnis ist es eine zentrale Aufgabe eines OB CSD und auch weitere Veranstaltungen, auch wegen der Signalwirkung in die Gesellschaft zu unterstützen, auch durch Übernahme von Schirmherrschaften. Insofern, ein uneingeschränktes ,ja’. Und auch persönlich ein ,gerne’.“

Das Straßenfest fand, wie schon im Jahr zuvor, wieder auf dem Fischmarkt und in der gesperrten Karmelitenstraße statt.

Der CSD Würzburg 2015 unter dem Motto „#EHEFUERALLE“ fand am Freitag, 28. August und Samstag, 29. August statt. Die politische Eröffnung der Veranstaltung erfolgte am 28. August um 19.00 Uhr im Wappensaal des Würzburger Rathauses durch Bürgermeister Adolf Bauer, der in Vertretung von Oberbürgermeister Christian Schuchardt erstmals den CSD eröffnete. Toleranz und Verständnis füreinander seien der Schlüssel zu einer funktionierenden Gesellschaft, „in der jeder Einzelne so akzeptiert wird, wie er ist.“ so der Bürgermeister und weiter: „Leider werden auch aktuell noch Menschen wegen ihrer sexuellen Identität diskriminiert.“ Deshalb sei es wichtig weiter für Toleranz einzutreten.

Ein Straßenfest am 29. August ab 14.00 Uhr in der Karmelitenstraße rund um den Fischerbrunnen und ein Demonstrationszug durch die Altstadt, an dem gut 150 Schwule, Lesben und ihre Freunde teilnahmen, rundeten bei hochsommerlichen Temperaturen die Veranstaltung ab. Bei der politischen Runde waren sich der Bundestagsabgeordnete Bernd Rützel (SPD), Stadträtin Silke Trost (Bündnis 90/Die Grünen), Dominik Metzger (Piratenpartei), Stadträtin Nadine Lexa (CSU) und Stadtrat Joachim Spatz (FDP) über die Parteigrenzten hinweg einig: Die „Ehe für alle“ nach dem Vorbild der meisten anderen europäischen Länder ist in Deutschland überfällig und nur noch eine Frage der Zeit. Die CSU-Stadträtin Nadine Lexa äußerte sich dabei etwas zurückhaltender: „Die CSU steht absolut hinter der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft. Ich wünsche mir, dass Deutschland in dieser Frage den nächsten Schritt geht und die CSU sich dieser Frage annimmt.“ Silke Trost wurde dagegen sehr deutlich: Es sei peinlich und eine Schande für Deutschland, dass es in den meisten Nachbarländern die Ehe für alle bereits eingeführt wurde. „Toleranz ohne echte Gleichstellung ist nur heiße Luft. Die Bundesregierung ist bei diesem Thema noch hinter dem Mond, die Bürgerinnen und Bürger sind schon viel weiter“, bekräftigte die Stadträtin.

Ohne Demonstration und Straßenfest fand am Freitag, 29. Juli der CSD Würzburg 2016 statt. Übrig geblieben waren der politische Empfang im Rathaus und eine Party im Zauberberg. Grund war nach Aussagen des Veranstalters Toleranz Fabrik eine Neuausrichtung des Würzburger CSD im Jahr 2017, die in 2016 nicht mehr verwirklicht werden konnte. Vor den knapp 20 anwesenden Gästen erklärte Schirmherr Oberbürgermeister Christian Schuchardt, es gehe um berechtigte Ansprüche auf gesellschaftliche Teilhabe und Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben, um Toleranz, Respekt, Verständnis und Akzeptanz für unterschiedliche Lebensentwürfe. Schuchardt forderte ein „gemeinsames Kämpfen für den Frieden in unserer Stadt“. Nur so hätten „wir die Chance, unsere Freiheit zu bewahren“. Anders würde die Gesellschaft „sehr schnell von extremistischen Gruppen überrannt“.

Die slowenische Botschafterin Marta Kos Marko, die als Gast zu der Veranstaltung eingeladen worden war, setzte sich in einem leidenschaftlichen Plädoyer für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben, trans-, bi- und intersexuellen Menschen ein. Sie betonte, dass die Akzeptanz gegenüber Minderheiten „kein Geschenk, sondern ein nicht verhandelbares Recht“ sei.

Plakate[Bearbeiten]

Pressespiegel[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]